Zum Nachdenken...

Dein Reich komme …

Welches Wort kommt in deinen Gebeten immer oder am meisten vor? Ich stelle fest: Ich habe Lieblingsformulierungen, die manchmal schon so gewohnt sind, dass sie mir gedankenlos über die Lippen schlüpfen.

Ich und Du – zwei Begriffe, die im persönlichen Gebet ihren Platz haben. Aber wie oft rede ich von „ich“ – und wie oft sage ich „Du“? Jesus sagt: „So sollt ihr beten“ (Mt 6,9) und dann spricht er das Vaterunser. Und ganz vorn mit dabei: „Dein Reich komme.“

Dein Reich komme. Es geht hier nicht um mein Reich, meine Wünsche oder mein Ideal. Es geht um Gott und sein Reich. Das Reich des Allmächtigen und Heiligen, das Reich unseres Schöpfers und Erlösers, ein Reich, das gut und gerecht ist, weil der Herrscher dieses Reiches gut und gerecht ist.

Dein Reich komme. Deine Herrschaft komme. Gott verspricht uns: Eines Tages werden das Reich und die Herrschaft der Sünde ein Ende haben. Gottes Reich wird das letzte und ewige sein. In Gottes Reich werden Gerechtigkeit und Frieden wohnen.

Dein Reich komme. Gottes Reich ist in seiner Vollendung noch nicht da. Es ist verheißen, aber es muss noch kommen. Es wird kommen. Jesus ermutigt uns, den Vater darum zu bitten.

Dein Reich komme. Es wird am Ende nicht auf die Häufigkeit dieser Formulierung in meinen Gebeten ankommen. Zum Glück nicht. Aber das Vaterunser erinnert mich daran, wie gut es ist, wenn meine Gebete nicht auf dieser Erde und im „Ich“ kleben, sondern Gott und sein Reich im Blick haben.

Dein Reich komme. Die Jahreslosung für 2016. Mit dem neuen Jahr kommen wir Gottes Reich ein Stückchen näher. Hoffentlich auch Gott. Ein gesegnetes neues Jahr!


Stephanie Kelm

Andachten (MRV)